Eine zuverlässige IT-Infrastruktur erweist sich als grundlegend, um sich vor Cyber-Bedrohungen zu schützen und sensible Daten zu sichern. So müssen IT-Umgebungen möglichst sicher, stabil und widerstandsfähig sein. Regelmäßige System-Überprüfungen sind ebenso wichtig wie zeitnahe Updates, Patches und der Einsatz moderner Softwarelösungen.
Dieser Beitrag geht der IT-Infrastruktur auf den Grund und zeigt auf, wie sie sich sicher aufbauen lässt.
Was ist eine IT-Infrastruktur?
Zur IT-Infrastruktur (Synonyme: Technik-Infrastruktur, technische Infrastruktur) gehören alle technischen Komponenten, die notwendig sind, um IT-Services bereitzustellen und zu betreiben. Nur mit ihr können Unternehmen Informationen sicher speichern und verarbeiten, sich vor Cyber-Bedrohungen schützen oder Abläufe skalieren.
Betrachten lässt sich eine IT-Infrastruktur aus der Perspektive des Endnutzers (technische Ausstattung), des technischen Nutzers (zusätzlich dazu Baumaßnahmen und Fachpersonal) und des Anbieters (zusätzlich dazu Gesetze und Verordnungen).
Das gehört zur IT-Infrastruktur
Zur IT-Infrastruktur zählen folgende Kategorien an Komponenten:
- Hardware wie Server, Computer, Netzwerke und Speichergeräte
- Software; zum Beispiel Betriebssysteme, Datenbanken und Anwendungen
- Netzwerkkomponenten wie Router, Switches und Firewalls
- Rechenzentren oder Cloud-Dienste zur Verarbeitung und Speicherung von Daten
Spezifische Beispiele für die IT-Infrastruktur sind ein Netzwerk aus Routern, Server mit betrieblichen Anwendungen, Arbeitsstationen für Mitarbeiter oder auch in Plattformen integrierte Kommunikationstools.
Welche Arten von IT-Infrastruktur gibt es?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie IT-Infrastrukturen aufgebaut sind. Dabei handelt es sich weniger um abstrakte „Bauanleitungen”, als um Abbildungen der gelebten Realität in Unternehmen: Viele Infrastrukturen sind einfach gewachsen, was allerdings offensichtliche Nachteile gegenüber einer strukturierten Erstellung mit sich bringt.
Unabhängig von Faktoren wie physischen Geräten, virtuellen Ressourcen, Netzwerken oder genutzter Software werden IT-Infrastrukturen anhand des Hostings der Daten klassifiziert.
Prinzipiell lassen sich modellhaft folgende IT-Infrastruktur-Typen definieren:
- Hybrid Cloud: Eine solche IT-Infrastruktur – Kombination aus lokalen Systemen und Cloud-Diensten – ist heute gängige Praxis, da zwar viele Unternehmen vermehrt Clouds in Anspruch nehmen, aber ergänzend immer noch auf lokale Ressourcen zurückgreifen.
- Cloud-Infrastruktur: Hier handelt es sich um ein Betriebsmodell mit Self-Service, Skalierbarkeit sowie Ressourcenteilung – und keine IT-Infrastruktur im direkten Sinn. Es kann sich sowohl um eine Public Cloud als auch um eine Private Cloud handeln.
- Traditionelles Rechenzentrum: Für diese klassische Lösung braucht es Server-, Speicher- und Netzwerksysteme, die Unternehmen intern (lokal) betreiben und von spezialisierten Teams verwalten lassen. Ein solche Infrastruktur basiert auf On-Premises- bzw- Inhouse-Lösungen.
- Lokale IT-Infrastruktur: Was wie ein Modell aus der Vergangenheit anmutet, ist tatsächlich bei zahlreichen Unternehmen gelebte Realität. Hier basiert die gesamte IT-Infrastruktur vom Desktop-PC bis hin zu Softwarelösungen auf lokalen Rechenzentren, die sich üblicherweise direkt vor Ort finden.
- Hyperkonvergente Infrastruktur: Bei diesem Modell lassen sich alle IT-Ressourcen über eine zentrale Schnittstelle verwalten und kontrollieren. Solche stark integrierten Systeme werden auch als „Datacenter in a Box“ bezeichnet und lassen sich schnell bereitstellen und unkompliziert verwalten.
Tipp: Wer auf ein externes Rechenzentrum zurückgreift, sollte auf eine TÜV-Zertifizierung desselben achten. Ebenso kommt es auf den Serverstandort an, da dieser darüber bestimmt, welche Rechtsgrundlagen und Bedingungen für die gespeicherten Daten gelten. Ein Standort in Deutschland verspricht zum Beispiel DSGVO-Konformität.
Wesentliche Faktoren bei der IT-Infrastruktur
Die IT-Infrastruktur tangiert viele Bereiche und weist zahlreiche Interdependenzen auf.
Sie lässt sich allerdings auf einige Kernbereiche herunterbrechen:
- Performance: Die IT-Infrastruktur sollte skalierbar sein und eine geringe Latenz aufweisen, damit Unternehmen flexibel sind und schnell reagieren können.
- Verfügbarkeit: Durch Redundanz, Virtualisierung und erprobte Recovery-Konzepte lassen sich Downtimes minimieren.
- Sicherheit: Durch ein effektives Patch-Management, sichere Konfiguration und Incident Response (Fokus: offene Schwachstellen) erhöht sich die Sicherheit erheblich.
- Kostenkontrolle: Mit einer effizienten Ressourcennutzung und einem guten Lizenzmanagement (KPIs: IT-Kosten pro User, IT-Budget-Quote) lassen sich Kosten zum Teil stark begrenzen.
Warum eine sichere IT-Infrastruktur wichtig ist
Der Aufbau einer sicheren IT-Infrastruktur erweist sich als essenziell, um sensible Unternehmensdaten zu schützen, Systeme integer und verfügbar zu halten und gesetzliche Datenschutz-Anforderungen einzuhalten.
Moderne IT-Infrastrukturen sind dabei zunehmend geschäftskritisch und zunehmend komplex. Damit sie stabil, resilient und gleichzeitig kostengünstig sind, braucht es ein leistungsfähiges IT-Infrastruktur-Management.
Ebenso sollten IT-Infrastrukturen am Puls der Zeit sein, was nichts anderes bedeutet, als dass man sie an sich verändernde geschäftliche sowie technologische Anforderungen adaptiert. Demgemäß stellen zum Beispiel Agilität, Reaktionsschnelligkeit und Skalierbarkeit heute – neben praktischen Werten wie einer einfachen Bedienbarkeit – Schlüsselfaktoren dar.
Der Faktor Zukunftsfähigkeit
Eine moderne IT-Infrastruktur unterstützt Unternehmen effektiv bei Prozessoptimierungen, der Senkung laufender Kosten – und nicht zuletzt der Implementierung neuer Technologien wie Cloud-Lösungen, Virtualisierung, SDN (Software-defined Networking) oder IoT (Internet of Things). Diese Technologien ermöglichen es unter anderem, Ressourcen besser zu nutzen und Abläufe zu automatisieren.
Nun sind zukunftsweisende Technologien und Lösungen im Begriff, die IT-Infrastruktur weiter zu verändern. Um langfristig darauf eingestellt, wettbewerbsfähig und gut geschützt zu sein, müssen Unternehmen sich darauf einstellen. Wegweisend dafür sind Trends wie zunehmende KI-Anwendungen, Edge Computing und steigende Sicherheitsanforderungen.
Die zahlreichen KI-Vorteile sind dabei genauso ein Thema wie komplexer werdende Bedrohungslagen. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, sollten Unternehmen kontinuierlich auf (technische) Änderungen reagieren und ihre IT-Infrastruktur daran anpassen.
Best Practices: Aufbau einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur
Für eine resiliente IT-Infrastruktur müssen Unternehmen Risiken gründlich bewerten, einen umfassenden Sicherheitsplan entwickeln, notwendige Maßnahmen implementieren sowie ihre Systeme regelmäßig monitoren und aktualisieren. Ebenso profitieren sie davon, wenn ihre IT-Infrastruktur wettbewerbsfähig, zielorientiert und nachhaltig ist.
Die folgenden Best Practices können dabei unterstützen.
#1: IT-Reifegrad bestimmen
Der Status quo bildet logischerweise den Ausgangspunkt, um eine gut aufgestellte und resiliente IT-Infrastruktur zu entwickeln. Oft jedoch gerät dieser Punkt durch einen übereifrigen Aktionismus aus dem Fokus.
So muss zum Beispiel erfasst sein, aus welcher Hardware, Software und welchen Services sich die aktuelle Infrastruktur zusammensetzt – und ob es gegebenenfalls eine Schatten-IT gibt. Ebenso empfiehlt es sich, die (strategischen) Ziele auf Basis der Größe und Kompetenz der IT-Abteilung zu definieren.
#2: Strukturiert planen
Ohne eine sorgfältige Planung drohen Datenschutzprobleme, hohe Kosten, eine unnötige Komplexität und ein zusätzlicher Managementaufwand. Während ein neues Rechenzentrum mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann, dauert die Beschaffung und Installation von Servern, Speicher- und Netzwerklösungen meist sechs bis zwölf Monate.
Als deutlich schneller erweist es sich dabei, Infrastructure-as-a-Services aus der Cloud zu buchen, wobei auch hier ein überstürztes Handeln zu Problemen – etwa beim Datenschutz oder im Kostenbereich – führen kann.
Unternehmen sollten von Anfang an mit diesen Eckpunkten planen und realistische Zeiträume definieren.
#3: Sicherheit stets fokussieren
Es empfiehlt sich, dass die IT-Infrastruktur von Anfang an und konsistent auf Sicherheit ausgelegt ist, anstatt dass man für ein bereits fertiges Konzept überstürzt entsprechende Maßnahmen implementiert.
„Security by Design“ bedeutet, dass Netzwerksicherheit gegeben ist, Zugriffskontrollen sowie Verschlüsselungen erfolgen – und Zero-Trust-Ansätze den nötigen Feinschliff bieten. Dabei sollten Unternehmen regelmäßig Schwachstellen analysieren, Penetrationstests durchführen und Backups erstellen.
#4: Monitoring und Dokumentation betreiben
Zunächst einmal müssen sämtliche Komponenten der IT-Infrastruktur zentral überwacht sein, um mögliche Angriffe, Ausfälle und Engpässe frühzeitig zu erkennen. Zum Beispiel lassen sich mit KI-Unterstützung proaktiv Analysen fahren und dank Prozessautomatisierung schnelle Reaktionen erwirken.
Damit die IT-Infrastruktur konstant leistungsfähig und resilient ist, muss sie auch vollständig und für alle Stakeholder transparent zugänglich dokumentiert sein – samt klarer Prozesse für Änderungen und Rollback-Optionen. Auf dieser Basis lassen sich sogar in kritischen Fällen schnelle und folgerichtige Entscheidungen treffen.
Um einen zentralen Überblick zur IT-Infrastruktur zu gewinnen, kommt es auf ein zielführendes IT Asset Management (ITAM) an. So werden idealerweise sämtliche IT-Assets eines Unternehmens in einer Configuration Management Database (CMDB) verwaltet und dokumentiert – samt ihrer Beziehungen zueinander.
#5: Langfristig und zukunftsorientiert agieren
Bei dieser Praktik kommen zahlreiche verschiedene Faktoren zusammen. So zählt zum Beispiel die Total Cost of Ownership (TCO) von Software und Lizenzen, um sich nicht einseitig auf Investitionskosten zu fokussieren. Auch bei Hardware sollte der gesamte „Lifecycle“ im Blick sein.
Darüber hinaus führt eine Offenheit für Technologien wie der Containerisierung, KI-Anwendungen oder Edge Computing – hier können Geräte von entfernten Standorten aus Daten verarbeiten und Aktionen in Echtzeit einleiten – dazu, dass die Infrastruktur dauerhaft auf dem aktuellen Stand ist.
Nicht zuletzt muss das IT-Team die eingesetzten Technologien verstehen und beherrschen. Da sich diese oft verändern und weiterentwickeln, sind Schulungen und Weiterbildungen ein wichtiger Faktor, um dauerhaft resilient und handlungsfähig zu sein.
IT-Infrastruktur: vielversprechende (Software-)Lösungen
Leistungsstarke IT-Infrastruktur-Lösungen bringen bestehende Systeme in eine moderne, einheitliche IT-Architektur, welche effektiv dabei unterstützt, geschäftliche Ziele zu erreichen. Sie erweisen sich als elementar wichtig, um produktiv, effizient und innovationsfähig zu agieren. Es geht also längst nicht mehr allein um technische Grundlagen, sondern auch um Faktoren wie geringere (Betriebs-)Kosten und effektive Abläufe.
Es gibt viele Möglichkeiten, um eine IT-Infrastruktur intelligent zu verwalten.
Beispielhafte Lösungen, um dies vielversprechend zu bewerkstelligen, sind die folgenden:
1. Konfigurationsmanagement
Mit dem Konfigurationsmanagement – als zentralen Baustein der IT-Infrastruktur – lassen sich IT-Assets systematisch erfassen, verwalten und überwachen, um IT-Umgebungen integer und konsistent zu halten. Eine Configuration Management Database (CMDB) dient dabei als ein zentrales Werkzeug, in dem alle relevanten Konfigurationsdaten und ihre Beziehungen erfasst sind.
2. Risikomanagement
Da es bei der IT-Infrastruktur wesentlich darauf ankommt, sie sicher zu halten, sollten die Risiken von Beginn an so gering wie möglich sein. Erst zu reagieren, wenn es bereits zu einem Sicherheitsvorfall gekommen ist, kann im Gegensatz zu einem proaktiven Vorgehen zu schweren Schäden führen. Unternehmen sollten Risiken erfassen und verfolgen, strukturierte Workflows für deren Behandlung haben und dies mit einem Reporting und Analysen verknüpfen.
3. IT-Automatisierung
Hier geht es darum, mithilfe von Technologien wiederkehrende Prozesse und Aufgaben ohne manuelles Eingreifen auszuführen, um Zeit zu sparen, weniger Fehler zu machen und effizienter zu sein. Die IT-Infrastruktur profitiert davon durch automatisierte Server-Setups, Netzwerkkonfigurationen oder Cloud-Ressourcen (z. B. via Infrastructure as Code).
4. Containerisierung
Die Containerisierung hat als moderne Technologie grundlegend verändert, wie man Software entwickelt und bereitstellt. Anwendungen samt ihrer Abhängigkeiten liegen in isolierten, portablen Containern vor, was konsistente Laufzeitumgebungen – unabhängig von der zugrunde liegenden Infrastruktur – ermöglicht.
5. Device Management
Wenn die IT-Infrastruktur eng mit einem Device Management verzahnt ist, verspricht dies einen sicheren, effizienten und produktiven IT-Betrieb. Wo moderne IT-Infrastrukturen ein automatisiertes Device Management unterstützen, hält eine effektive Geräteverwaltung IT-Umgebungen sicher und compliant.
Fazit: IT-Infrastruktur – ein strategischer Wert
Die Bedeutung der IT hat sich ausgeweitet: Neben technischen Faktoren zählt heutzutage auch, dass sie einen validen Beitrag zu Unternehmenszielen leistet. Die IT-Infrastruktur ist ein strategisches Netz, mit Hilfe dessen Unternehmen sich wettbewerbs- und zukunftsfähig aufstellen.
Welche Art von Infrastruktur eine Organisation betreibt und wie sie diese verwaltet, tangiert sowohl Performance- als auch Sicherheits- und Kostenfaktoren. Beim Aufbau einer IT-Infrastruktur geht es also um viel, nicht zuletzt um eine zuverlässige Verfügbarkeit und die Vermeidung von Risiken. Umso fokussierter, strukturierter und zielorientierter sollte dies erfolgen.
Dabei bieten einige Best Practices und Lösungen Orientierung – und können einen wichtigen Unterschied machen. Denn wenn die IT-Infrastruktur erst einmal ein hohes Niveau erreicht hat, profitieren Unternehmen über eine lange Zeit davon; ferner sind sie so besser vor Droh-Szenarien wie externen Angriffen geschützt.
Erfahren Sie, wie OTRS Sie beim Betrieb einer IT-Infrastruktur unterstützen kann.