Künstliche Intelligenz und Automatisierungen sind mittlerweile fest in modernen Service-Prozessen verankert. Sie bewirken Veränderungen, kennzeichnend sind deutlich intelligentere Prozesse, die über die klassische Workflow Automation hinausgehen.
Dieser Beitrag erklärt, wie Unternehmen die neuen technologischen Errungenschaften am sinnvollsten und effektivsten im Service Desk einsetzen.
Anmerkung: In diesem Beitrag ist häufig schlicht von KI die Rede. Dies schließt die Nutzung von KI zur Automatisierung ein.
Die Vorteile: Was bewirken KI und Automatisierungen im Service Desk?
Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierungen unterstützen Unternehmen dabei, Kundenerwartungen besser zu erfüllen. Nun können Service Desks Anfragen automatisiert analysieren, priorisieren und teilweise gleich lösen, wodurch der IT-Support schneller, effizienter und kostengünstiger wird. Ebenso verbessert der KI-Einsatz die Servicequalität, die Verfügbarkeit (24/7-Support) und die Skalierbarkeit.
Typische Anwendungsfälle sind die folgenden:
- KI-Chatbots
- Self-Service
- Workflow-Automatisierungen
- automatische Ticket-Erstellung und -Weiterleitung
- automatisierte E-Mail-Antworten
- Erkennung von Kunden-Stimmungen
Durch die voranschreitende Hyper-Automatisierung weiten sich die Möglichkeiten aus. So kann agentische KI bereits autonom Entscheidungen treffen und aufeinander folgende Arbeitsschritte ausführen. Ebenso liefern KI-gestützte Wissensdatenbanken einen niedrigschwelligen, schnellen Wissenszugang und KI-Zusammenfassungen einen raschen Überblick zu relevanten Informationen.
Ergo wird KI für das Service Management, insbesondere das ITSM, immer entscheidender, wie auch unser Report “The State of SMB IT for 2026” aufzeigt. Ganze 71 Prozent der befragten IT-Führungskräfte in KMU halten KI für wichtig, um im ITSM erfolgreich zu sein.
Was sind die wichtigsten Funktionen?
KI und fortschrittliche Automatisierungen schaffen einen intelligenten Service Desk, der schnell, immer verfügbar, konsistent und überaus zuverlässig ist.
Zu dessen wichtigsten Funktionen gehören die folgenden:
- virtuelle Support-Agenten
- Ticket-Klassifizierungen und Service-Beschreibungen
- KI-Antwortgenerierungen
- Echtzeit-Übersetzungen
- KI-gestützte Wissensdatenbanken
- Sentiment-Analysen
- vorausschauende Analysen und Wartungen
- automatisiertes Reporting und Dokumentation
Klassischer vs. KI-gestützter Service Desk
Wie sich die oben genannten KI-Funktionen im Vergleich zum klassischen Service Desk bemerkbar machen, zeigt die folgende Tabelle:
Insgesamt ermöglichen diese Funktionen eine intelligente Automatisierung, die neue Maßstäbe für effiziente, rationalisierte und weniger fehleranfällige Prozesse setzt. Wichtig ist es, KI und Automatisierungen orchestriert miteinander zu kombinieren, sodass eine intelligente Servicebereitstellung entsteht.
Die Schritte, um KI und Automatisierungen bestmöglich zu nutzen
KI und Automatisierungen erweisen sich als kraftvolle Werkzeuge im Service, bedürfen jedoch eines durchdachten Einsatzes. Sie fragmentiert, isoliert und zu unspezifisch zu nutzen, führt selten zu den gewünschten Mehrwerten. Stattdessen sollten Unternehmen detailliert evaluieren, wie sie mit diesen Technologien relevante und deutliche Fortschritte machen.
Die folgenden Schritte weisen exemplarisch den Weg dorthin:
Schritt 1 – Die wichtigsten Bereiche identifizieren
KI und Automatisierungen ergeben in einigen spezifischen Bereichen mehr Sinn als in anderen. Welche das genau sind, hängt stark vom Unternehmen und der Branche ab. Typische Anwendungsbereiche im Service und Support sind zum Beispiel Klassifizierungen, Priorisierungen und Antwort-Generierungen. In jedem Fall ergibt es Sinn, Prozesse vor der Einführung von KI und Automatisierungen zu optimieren, da man sonst Gefahr läuft, Fehler und suboptimale Abläufe zu automatisieren.
Schritt 2 – Die richtigen Tools und Technologien auswählen
Verschiedene Tools, Features und Anwendungen eignen sich für unterschiedliche Zwecke und Typen von Unternehmen. Bei der Auswahl zählen nicht nur die KI-Anwendungen und Automatisierungen an sich, sondern auch Faktoren wie das damit verbundene Consulting und das Lizenzmodell. Für den Anfang empfiehlt es sich, erst einmal zu testen und bei der KI-Nutzung auf ein flexibles, skalierbares Modell zu setzen.
Schritt 3 – Integrationen schaffen
Isolierte Tools unterstützen nicht so, wie sie es sollen, da ihnen Datengrundlagen, Kontexte und weiterführende Informationen fehlen. Somit müssen KI-basierte Lösungen möglichst gut in die bestehende Tool-Landschaft eines Unternehmens integriert sein. Auf diese Weise kommt es nicht zu Unterbrechungen – und es entsteht ein nahtloser Datenfluss.
Schritt 4 – Stakeholder involvieren
Damit Verantwortliche KI und Automatisierungstechnologien erfolgreich implementieren können, müssen Stakeholder mitziehen – und entsprechend frühzeitig informiert sein. Als wichtig erweist es sich, die damit verbundenen Vorteile klar zu benennen und möglichen Bedenken sofort zu begegnen. Damit eine KI-Lösung die Ansprüche verschiedener Stakeholder hinlänglich erfüllt, braucht es ein hohes Maß an Kollaboration.
Schritt 5 – Mit einem Pilotprojekt beginnen
Bevor man eine KI- und Automatisierungslösung flächendeckend einsetzt, hat es Sinn, sie im Rahmen eines Pilotprojektes zu testen. So lassen sich mögliche Herausforderungen oder Ungereimtheiten schnell identifizieren und beseitigen, bevor sie echte Schwierigkeiten verursachen können.
Schritt 6 – Erfahrungen sammeln und lernen
Selbst wenn ein Pilotprojekt erfolgt ist, zählen weiterhin Erfahrungs- und Lernfaktoren: Was funktioniert wo? Welche KI-Anwendung lässt sich effizienter einsetzen? Welche Automatisierung hat sich als sinnvoll erwiesen – und welche nicht? Es zählt das Credo: Daten sammeln, evaluieren und Schlüsse ziehen.
Schritt 7 – Die Anwendung kontinuierlich verbessern
Bei kontinuierlicher Verbesserung handelt es sich nicht nur um eine wichtige Best Practice, sondern auch um ein gewinnbringendes Vorgehen, um KI- und Automatisierungstechnologien erfolgreich zu implementieren.
Viele Unternehmen begehen den Fehler, Technologien nach deren Einführung zu wenig zu beachten. Damit diese einen wahren Unterschied machen und starke Performances erzielen, bedarf es eines permanenten Verbesserungszyklus.
Was im Umgang mit KI nun entscheidend ist
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz und fortschrittlichen Automatisierungen schreitet im ITSM und in anderen Servicebereichen voran. Deren Vor- aber auch Nachteile sind mittlerweile weitgehend bekannt. Nun zählt es, die Vorzüge bestmöglich zu nutzen und mögliche Vorbehalte klar zu adressieren.
Es stimmt, dass KI und Automatisierungen die menschliche Arbeits- und Schaffenskraft nie gänzlich ersetzen werden. Das sollen sie allerdings auch gar nicht. Stattdessen muss es eine gewinnbringende Koexistenz zwischen menschlichen und maschinellen Fertigkeiten geben.
Unternehmen sollten – im Service und Support wie auch anderswo – nun vor allem drei wichtige Schritte gehen:
- KI in einem sinnvollen Rahmen funktionell zum Einsatz bringen
- Wichtige menschliche Fähigkeiten für das KI-Zeitalter nutzen
- Beides gewinnbringend und fein abgestimmt miteinander kombinieren
Fazit: KI und Automatisierungen schrittweise ausbauen
Künstliche Intelligenz und Automatisierungen gehören fest zu modernen Service-Prozessen. Für viele Unternehmen stellt sich nicht die Frage, ob, sondern wie sie diese einsetzen. Es geht darum, relevante Vorteile wahrzunehmen, sinnvolle KI-Funktionen zu nutzen und Automatisierungen geschickt einzusetzen.
Dabei braucht es für KI und Automatisierungen im Service Desk die richtigen Schritte und ein iteratives Vorgehen. Die Technologie sollte zielgerichtet und zunächst in den Bereichen, in denen sie die größten Unterschiede bewirken kann und die reif für sie sind, implementiert werden. Unternehmen tun gut daran, sich auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und die Nutzung allmählich, aber bestimmt zu optimieren und auszubauen.
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