6-Stufenplan für eine erfolgreiche CSR-Strategie

6-Stufenplan für eine erfolgreiche CSR-Strategie

Viele Menschen und Unternehmen spenden für wohltätige Zwecke oft spontan
und mit Vorliebe in der Weihnachtszeit. Aber wie nachhaltig ist das tatsächlich?
Und was könnte eine bessere Strategie für 2021 sein, um langfristig zu helfen?

Donation boxes

Der Druck, sich sozial zu engagieren, nimmt zu

Viele Menschen und Unternehmen haben im letzten Jahr noch schnell am Jahresende etwas an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet. Oft organisieren Unternehmen auch Weihnachtsbazare, um mit aussortierten Kleidern und selbstgebackenen Keksen Geld für hilfsbedürftige Menschen zu sammeln. Es scheint, als ob viele Menschen gerade am Jahresende sentimental werden. Das Bedürfnis, sich sozial zu engagieren, nimmt in der Weihnachtszeit zu. Das geht wohl den meisten von uns so und ist vollkommen menschlich.

Wie sollte man spenden? Steht die Wirkung im Vordergrund oder mein Interesse?

Wie bei vielen Themen gehen hier die Meinungen auseinander. Johannes Haushofer, Verhaltens- und Entwicklungsökonom, hält nichts von den spontanen weihnachtlichen Spendenaktionen. Er ist der Meinung, man sollte sich beim Spenden an der Evidenz (Wirkung der Spenden) orientieren – und nicht daran, was einem selbst gefällt. Das klingt erstmal logisch. Die Frage, die sich mir stellt, ist jedoch, ob eine Vielzahl von Mitarbeitern auf diese Weise motiviert wird. Sind sie bereit, sich für eine (Spenden-)Aktion zu engagieren, mit der sie sich nicht identifizieren können? Wenn die Unternehmensleitung zum Beispiel ein ökologisches Projekt im Ausland vorantreiben möchte, weil dort auch eine Niederlassung angesiedelt ist, ein Großteil der Mitarbeiter aber lieber lokale Schulen unterstützen möchte, ist dann der Zweck erfüllt?

Andreas Rickert, Gründer und Chef eines Beratungsunternehmens für Wohltätigkeitsorganisationen, rät davon ab, nur aus ökonomischer Perspektive auf Spendenaktionen zu blicken. Er findet es legitim, eigene Interessen zu haben und sich dadurch besser zu fühlen, wenn man spendet. In einem Punkt sind sich beide Experten jedoch einig – nämlich darin, dass die Deutschen zu wenig auf die Wirkung ihrer Spenden achten.

Um bei der Vielzahl an Ideen den Fokus nicht zu verlieren, haben wir einen CSR-Guide verfasst, der uns hilft, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Bei der OTRS Group sind die sozialen Aktivitäten bunt, aber dennoch mit Fokus

Bei der OTRS Group engagieren wir uns seit einigen Jahren mit sozialen Aktivitäten und haben außerdem einen Schwerpunkt auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt. Initiativen unterstützen wir sowohl mit Spenden als auch mit Manpower. Unter anderem gründeten wir eine langfristige Kooperation mit dem Frauenhaus Oberursel, das wir mit Spendenaktionen und dem Aufbau und der Betreuung einer Facebook-Seite unterstützen. Um bei der Vielzahl an Ideen den Fokus nicht zu verlieren, haben wir einen CSR-Guide verfasst, der uns hilft, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Stufenplan hilft, um die richtige Strategie zu entwickeln

Außerdem kann ich jedem Unternehmen empfehlen, den folgenden Stufenplan zu berücksichtigen, um eine CSR-Strategie aufzusetzen, die zum Unternehmen passt und nachhaltig erfolgreich ist.

1. Sinn und Zweck:

Zunächst sollten sich die Verantwortlichen fragen: Warum möchten wir uns sozial engagieren? Was ist das Ziel dahinter? Sind es rein philanthropische Gründe? Oder sollte die CSR-Arbeit Mitarbeiter motivieren, neue Talente ins Boot holen oder möglicherweise auch die Marketing-/PR-Arbeit unterstützen? Oftmals spielen alle Gründe eine Rolle, aber es macht Sinn, hier eine Priorisierung vorzunehmen, um die Projekte besser auswählen zu können.

2. Budget und Ressourcen:

Tatsächlich sollte vorab ein Budget für CSR sowie ein Zeitrahmen für jeden Mitarbeiter festgelegt werden. Nur so kann entschieden werden, welche Aktivitäten in Frage kommen.

3. Das WIE kann entscheidend sein.

Sobald die Frage nach dem Budget und den Mitarbeiterressourcen beantwortet wurde, ergibt sich die Frage, mit welchen Mitteln – Zeit und/oder Geld – ein Unternehmen helfen möchte. In der Regel bietet sich eine Kombination aus beidem an. Idealerweise bekommen die Mitarbeiter durch ihre persönliche Mithilfe einen Eindruck von einer Wohltätigkeitsorganisation, die durch Spenden ergänzt wird. Viele Non-Profit-Organisationen sagen mir immer, dass sie tatsächlich durch Spenden den größten Nutzen haben. Ein Großteil der Einrichtungen, wie Altenheime, Kinderheime oder Flüchtlingsorganisationen können aufgrund ihrer Strukturen auch keine einmalige oder kurzfristige Mithilfe ermöglichen. Es bietet sich jedoch immer an, mit der Organisation Kontakt zu halten und nachzuverfolgen, wofür die Spenden eingesetzt werden.

4. Ziele:

Letztendlich sollten sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen Ziele eines CSR-Projekts definiert und kommuniziert werden. Zum Beispiel: Möchte man kurzfristig hilfsbedürftige Kinder mit einer Geschenke-Aktion zu Weihnachten erfreuen? Könnte das langfristige Ziel dann sein, sich im Kern für Kinder zu engagieren und ein Kinderheim aufzubauen? Um einen wirklichen Impact zu haben, sollte CSR in die Gesamtstrategie eines Unternehmens integriert werden.

An dieser Stelle bietet sich eine Mitarbeiterumfrage an, um gezielt die Interessen zu eruieren und die Mitarbeiter frühzeitig zu motivieren.

5. Mitarbeiterinteressen:

Wie sind die Interessen der Mitarbeiter? Ist der größte Teil eher an Umweltschutz oder Projekten für Kinder interessiert? Welche Interessen verfolgt die Unternehmensleitung? Sollten die Projekte auch zum Corporate Branding passen? An dieser Stelle bietet sich eine Mitarbeiterumfrage an, um gezielt die Interessen zu eruieren und die Mitarbeiter frühzeitig zu motivieren. Vielleicht gibt es ja auch schon Mitarbeiter, die privat sehr engagiert sind und diese Ideen in den Job einbringen können.

6. Erfolgsmessung und Kommunikation:

Wie kann ich den Erfolg der CSR-Aktivitäten messen und kommunizieren? Um die Meilensteine und den Erfolg von CSR messen zu können, gibt es mittlerweile dedizierte Tools, wie zum Beispiel Verso. Wichtig ist es, diese Erfolge auch den Mitarbeitern transparent zu vermitteln. Neben der internen Kommunikation spricht nichts dagegen, die CSR-Arbeit auch nach außen zu kommunizieren, wenn sie authentisch ist. Frei nach dem Motto: „Tu Gutes und sprich darüber.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches, lehrreiches und hilfreiches Jahr 2021. Falls Sie Ihre CSR-Erfahrungen teilen möchten, freue ich mich über Ihre Kommentare.

Text:
Photos: alexandra lammerink on Unsplash

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