Beschleunigt die Corona-Krise den New Work Trend?

Beschleunigt die Corona-Krise den New Work Trend?

Die aktuellen Arbeitsbedingungen in der Corona-Krise heizen
die Themen um New Work an. Umfrageergebnisse zeigen:
83 Prozent der Befragten glauben an mehr Home Office und Digitalisierung.

woman working on a laptop on a balcony

Viele von uns haben während der Corona-Krise das erste Mal in ihrem Leben enorme Einschränkungen in ihrer Freiheit erfahren müssen. Reisen, Restaurant-Besuche, Zeit mit Freunden – auf all das, was uns die persönlichen Glücksmomente beschert, mussten wir von einem Tag auf den anderen verzichten. Zusätzlich wurden Notwendigkeiten wie Einkäufe zur Geduldsprobe.

Sollte nicht jetzt die berufliche Freiheit ausgeweitet werden?

Aber die Einschnitte haben nicht nur das private Leben beeinflusst, sondern auch das berufliche. Von einem Moment auf den nächsten konnten wir nicht mehr die tägliche Fahrt ins Büro antreten. Wir sind quasi ins Home Office „gezwungen“ worden. Für die einen Fluch, für die anderen ein Segen. Während wir versuchen, die globalen Auswirkungen der Corona-Krise zu verstehen, lautet eine zentrale Frage in der Arbeitswelt: Wird die Arbeit im Home Office weitergehen?

Die Einschnitte der privaten Freiheit – Tragen eines Mundschutzes, Abstandsregelungen, Reisewarnungen – werden noch lange spürbar sein. Soll oder muss dann nicht die Freiheit auf beruflicher Ebene besonders groß sein? Auch, um die Einhaltung von Regeln zu gewährleiten und optimal zu unterstützen. Wird das Trendthema New Work nun neu diskutiert? New Work soll schließlich ein Mittel sein, mit dem sich der Mensch als freies Individuum entfalten kann. Und wenn er das auf privater Ebene schon nicht mehr so einfach tun kann, dann beruflich am besten umso mehr.

Wird die Arbeit im Home Office weitergehen?

OTRS Umfrage zeigt klare Haltung fürs Home Office

Die OTRS AG hat sich schon seit ihrer Gründung das Ziel gesetzt, ihren Mitarbeitern so viel Freiheit wie möglich zu geben. Die freie Wahl des Arbeitsplatzes war schon lange vor Corona an der Tagesordnung. Nun wollten wir den Fragen auf den Grund gehen, wie Angestellte weltweit während Corona mit dem Home Office umgegangen sind, ob sie es sich weiterhin wünschen, was Ihnen gefehlt hat und ob sie tatsächlich gesetzlich ein Recht auf Home Office als sinnvoll erachten. Dafür haben wir eine Online-Umfrage über Pollfish unter 500 Angestellten aus Deutschland, USA, Singapur, Brasilien und Mexico durchgeführt. Die Befragten arbeiten überwiegend in den Bereichen Kundenservice, IT, Office, HR oder Marketing.

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Die Ergebnisse haben einmal mehr gezeigt, was viele schon geahnt haben: Die große Mehrheit (80 Prozent) genießt das Arbeiten von zu Hause. Der am meisten genannte Grund für das präferierte Home Office liegt in der Ersparnis der Anfahrtswege, um mehr Zeit für anderes zu haben (20 Prozent). Und das, obwohl immerhin 68 Prozent angegeben haben, dass der plötzliche Wechsel ins Home Office eine ungewohnte Situation für sie gewesen sei.

Offensichtlich sorgt der Wechsel ins Home Office aber nicht nur für mehr Zufriedenheit, sondern auch mehr Produktivität: 43 Prozent geben nämlich an, dass sie zu Hause produktiver sind, während 39 Prozent aussagen, dass sie im Home Office genauso produktiv wie im Büro arbeiten können.

Die Befragten unserer Studie haben hier eine klare Position eingenommen: 61 Prozent der weltweit Befragten sprechen sich für ein Recht auf Home Office aus.

Die Mehrheit der Befragten spricht sich für ein Recht auf Home Office aus

Ein geplantes Gesetz auf Home Office in Deutschland wird zurzeit in den Medien diskutiert. Einerseits ist es eine logische Schlussfolgerung aus den neuen Umständen der Corona-Krise, andererseits eine Vorgabe von der Politik, die möglicherweise nicht allen Unternehmen gefallen würde. Die Befragten unserer Studie haben hier eine klare Position eingenommen: 61 Prozent der weltweit Befragten sprechen sich für ein Recht auf Home Office aus. 90 Prozent sind darüber hinaus in dem klaren Glauben, dass Unternehmen von dem plötzlich erzwungenen Wechsel ins Home Office profitieren würden. Sie sparen nicht nur enorme Kosten für Geschäftsreisen und Büroräume, sondern profitieren auch von zufriedenen und entspannten Mitarbeitern.

New Work bedeutet noch mehr als nur Home-Office

Wie die Studienergebnisse belegen, spricht sich die Mehrheit nicht nur für ein Gesetz auf Home Office aus, sondern glaubt auch daran (83 Prozent), dass die Corona-Krise tatsächlich einen neuen Unternehmenstrend hin zur mehr Home Office und Digitalisierung angestoßen hat. Die Ergebnisse belegen also eindeutig die klare Befürwortung von Home Office, was Unternehmen, die dies vor Corona noch nicht regelmäßig praktiziert haben, zum Nachdenken anregen sollte.

Um Mitarbeitern eine individuelle Freiheit im Rahmen von New Work zu ermöglichen, reicht das Home Office allerdings allein nicht aus. Vielmehr sollte zusätzlich über innovative Arbeitszeitmodelle nachgedacht werden. Die Corona-Krise hat noch einmal mehr offenbart, wie sehr Eltern flexible Arbeitszeiten und Teilzeitregelungen benötigen. Weitere Maßnahmen, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen, können Incentives, neue Mitarbeiterstrukturen, intuitive Kommunikationstools und ein CSR (Corporate Social Responsibility)-Programm sein, das es Mitarbeitern ermöglicht, auch im Rahmen ihrer Arbeit soziale Projekte auszuführen, die ihnen am Herzen liegen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um alte Strukturen zu überdenken und die Mitarbeiterzufriedenheit noch mehr in den Fokus zu stellen.

Text:
Photos: Anete Lūsiņa von Unsplash

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