„Es geht darum zu erkennen, dass die Unterschiede der Schlüssel zum Erfolg sind.“

„Es geht darum zu erkennen, dass die Unterschiede der Schlüssel zum Erfolg sind.“

Interview mit Matheus Assis Baeta, General Manager für Brasilien und
Portugiesisch sprachige Länder, zu wirtschaftlich und kulturellen
Unterschieden in den Regionen, Tipps für junge Unternehmer und Statements zum Samba

Kannst du dich kurz beschreiben?

Im Herzen bin ich ein Freak! Technologie gehört zu mir, ich bin schon immer extrem von der IT und all ihren Anwendungen angetrieben worden. Ich habe bereits in meiner Teenagerzeit angefangen, mit Technik zu arbeiten, und meine Leidenschaft wurde von da an immer größer. Wenn ich darüber nachdenke, bin ich ein extrem neugieriger Typ und suche immer nach dem, was als nächstes am Horizont kommt. Das hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin.

Du bist der General Manager für Brasilien und die Portugiesisch sprachigen Länder. Wie schaffst Du es, diese Regionen zu kombinieren?

Ich bin in Brasilien geboren und habe 16 Jahre meines Lebens in Portugal gelebt: Meine Eltern sind sowohl Brasilianer als auch Portugiesen, so dass ich definitiv Wurzeln in beiden Ländern habe.

Das hilft mir dabei, Lösungen für sehr unterschiedliche Märkte mit unterschiedlichen Kundenprofilen und Erwartungen anzubieten. Ich glaube, dass Brasilien und PALOPS (African Countries of Portuguese Official Language) in den kommenden Jahren ein erstaunliches Potenzial haben werden. Man müsste verrückt sein, diese Gelegenheit nicht zu nutzen.

Aber ich glaube nicht, dass es darum geht, sie zu kombinieren: Es geht darum, zu erkennen, dass die Unterschiede der Schlüssel zum Erfolg sind.

Du reist häufig nach Portugal. Worin besteht deiner Meinung nach der größte Unterschied zwischen den beiden Kontinenten in Hinblick auf Arbeit und Leben?

Tolle Frage! Ich werde direkt über Brasilien und Portugal sprechen. Um die Dinge zu verstehen, versuche, dir folgendes vorzustellen: Brasilien zwingt dich zu einem dynamischen und rasanten Lebensstil, der das Ergebnis seines Wachstums- und Entwicklungsdrangs ist. Brasilianer sind im Grunde genommen Unternehmer, und das ist sogar auf den Straßen schnell zu erkennen.
Portugal, auf der anderen Seite, hat einen entspannteren und langsameren Lebensstil. Das portugiesische Volk schätzt seine Traditionen und seine Kultur über alles andere.

Beide Länder sind unglaublich, um ehrlich zu sein; mein Glück ist es, zwischen ihnen zu leben.

Das bedeutet, dass nicht nur E-Commerce-Unternehmen, sondern Unternehmen generell Lösungen benötigen, die skalierbar sind und die Anforderungen von Kunden leicht erfüllen.

Warum glaubst Du, dass OTRS Potenzial für diese Regionen hat?

OTRS ist in beiden Regionen bereits sehr beliebt – sowohl bei Behörden als auch bei privaten Organisationen. Das Potenzial ergibt sich aus der Tatsache, dass Unternehmen in diesen Volkswirtschaften vor den Herausforderungen ihrer Kunden stehen. Diese erwarten immer mehr Qualität und Schnelligkeit der Dienstleistungen.

Brasilien zum Beispiel hat eine unglaublich hohe Anzahl von E-Commerce-Transaktionen und erreichte 2017 fast 18,7 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anteil von mehr als 38% am lateinamerikanischen E-Commerce-Markt im Jahr 2017. Die Schätzungen sind unterschiedlich, aber es wird erwartet, dass bis 2022 31 Milliarden US-Dollar erreicht werden. Und dabei handelt es sich allein um E-Commerce, was im Jahr 2017 nur 3% des gesamten Einzelhandelsumsatzes ausmachte.

Das bedeutet, dass nicht nur E-Commerce-Unternehmen, sondern Unternehmen generell Lösungen benötigen, die skalierbar sind und die Anforderungen von Kunden leicht erfüllen. Die OTRS Gruppe möchte dieser Lösungsanbieter sein.

Was macht die Arbeit für die OTRS Gruppe aus?

Wir legen Wert auf Individualität als Team, so ironisch das auch klingt. Ich glaube, wir alle verstehen, dass jeder seine Stärken und Schwächen hat, und wir arbeiten hart daran, uns gegenseitig zu unterstützen. Die OTRS Gruppe vertritt Werte, die den Respekt vor dem Einzelnen und seinen Ideen unterstützen. Für mich ist das etwas Besonderes. Ein weiterer Vorteil: Die Arbeit aus dem Home Office ermöglicht uns mehr Zeit mit unseren Familien und minimiert Zeitverschwendung, wie zum Beispiel das Pendeln.

Sind Sicherheitsfragen in Brasilien ein großes Thema? Glaubst Du, dass das kommende Datenschutzgesetz (in Brasilien bekannt als LGPD und vergleichbar mit der DSGVO) einen Unterschied machen wird?

Absolut, es wird immer mehr Bedeutung bekommen. Ziel der LGPD ist es, eine stabile Basis zu schaffen, auf der brasilianische Unternehmen Sicherheitsstandards nach internationalen Anforderungen entwickeln können, um die Geschäftsbeziehungen sowie die Entwicklung neuer Industrien vor Ort zu stärken.

Und Brasilien braucht es! Erst in diesem Jahr wurde die IT-Infrastruktur des brasilianischen DMV (Detran) (Straßenverkehrsamt) so angegriffen, dass die Daten von über 70 Millionen Bürgern weitergegeben werden konnten.

Laut Deloitte wird der globale Markt bis 2019 rund 1,5 Millionen Arbeitsplätze für verschiedene Positionen im Bereich Cybersicherheit schaffen. Die Zahlen sind so hoch wie die Angriffe, was eine gute Gelegenheit sein sollte, sich mit den Sicherheitsprozessen und -verfahren auseinanderzusetzen.

 

Matheus Baeta General Manager OTRS Do Brasil Solucoes Ltda

Welchen Rat kannst du jungen Unternehmern geben, die ein Start-up Unternehmen aufbauen wollen?

Gehe bedacht mit deinem Geld um – unabhängig davon, ob du finanziert wirst oder nicht. Bargeld ist Sauerstoff, und man muss damit pragmatisch umgehen.

Lerne, wo du Risikobereitschaft und Risikominimierung in Einklang bringen kannst. So sehr ein „fail-to-learn-Ansatz“ funktionieren kann und die Risikobereitschaft belohnt werden kann, empfehle ich: „Wenn Du jeden Abend mit Kannibalen essen gehst, musst Du damit rechnen, dass du der Nächste sein kannst, der dran kommt.“

Was machst du in deiner Freizeit? Wenn wir an Brasilien denken, haben die meisten von uns das Klischee von Samba im Kopf. Tanzt Du Samba?

Ich liebe eine gute „Roda de Samba“. Besonders, wenn man sie mit Caipirinhas und Feijoada kombiniert. Die Brasilianer wissen definitiv, wie man sich amüsiert. Aber ich könnte nicht tanzen, um mein Leben zu retten.

In meiner Freizeit lese ich viel und versuche, so viel wie möglich und überall hin zu reisen. Anthony Bourdain pflegte zu sagen: „Wenn ich für etwas stehe, dann ist es dafür, zu reisen. So weit wie möglich, so viel wie möglich. Über den Ozean oder einfach über den Fluss. In die Schuhe von jemand anderem treten oder zumindest sein Essen probieren. Das ist ein Vorteil für alle.“