Muttertag 2020

Muttertag 2020

Wie empfinden Mütter bei der OTRS Group den Muttertag?
Sie berichten u.a. über Arbeitseinteilungen, Rollenmuster und den Wiedereinstieg nach der Elternzeit.

woman writing on her notebook

Momentan wird die Rolle der berufstätigen Mutter wieder viel diskutiert, da die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Kindern bei geschlossenen Kindergärten und Schulen noch schwerer zu leisten ist als ohnehin schon. Laut aktueller Studie überlegen sogar 14 Prozent der berufstätigen Mütter ihren Job wegen der Corona-Pandemie aufzugeben.

Wir haben zusammengestellt, wie Mütter bei der OTRS Group den Muttertag empfinden. Sie berichten über Arbeitseinteilung in Corona-Zeiten, die Entwicklung von traditionellen Rollenmustern, den Wiedereinstieg nach der Elternzeit und das schönste Erlebnis als Mutter.

Kinderbetreuung und Arbeit sind in Corona-Zeiten besonders schwierig, während die meisten Schulen und Kindergärten noch immer geschlossen sind. Wie schaffst du das mit einem Vollzeitjob?

Die Familienplanungszeit am Sonntag vor dem Abendessen ist immer sehr hilfreich. So nützlich digitale Kalender und To-do-Listen auch sind, am effektivsten ist es, die Woche mit allen Beteiligten persönlich durchzusprechen, so bleiben wir am besten auf dem Laufenden.

Zusätzlich habe ich auch großes Glück, denn ich bin sehr flexibel darin, wann und wie ich arbeite. Das ermöglicht es mir, mich jeden Tag zu fragen: „Wie kann ich meine Energie heute am besten einsetzen?“ An manchen Tagen weiß ich, dass meine Energie bei Absprachen mit meiner Tochter nachmittags am besten aufgehoben ist. An anderen Tagen ist es effektiv, mich nach dem Abendessen nochmal an den PC zu setzen, um E-Mails zu beantworten. Es macht Sinn, jeden Tag meinen eigenen Zustand kurz zur überprüfen, anstatt nur durchzuackern, um alles auf einer To-do-Liste abzuhaken. Auf diese Weise kann ich jedem Teil meines Lebens zum gegebenem Zeitpunkt meine volle Aufmerksamkeit widmen. Schließlich gibt es nur so viel Energie, dass man sie gezielt und mit Bedacht einsetzen muss.

Rachel Minihan – Director Global Marketing

Meines Erachtens sollten Unternehmen erkennen, dass sie hoch motivierte und loyale Arbeitskräfte gewinnen, wenn sie sich ausreichend auf die familiären Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter einstellen.
Szilvia Sass, Managing Director OTRS Hungary

Stellen sich Unternehmen nach deinem Empfinden ausreichend auf die Bedürfnisse von Eltern ein? Wie ist die Situation in Ungarn?

Meiner Meinung nach können ungarische Unternehmen in dieser Frage von deutschen Unternehmen lernen. Die OTRS Group ist für mich die erste Berufserfahrung, bei der die familiären Bedürfnisse in hohem Maße berücksichtigt werden. So bin ich nicht gestresst, wenn ich meine Kinder zum Arzt bringen muss oder wenn es eine Aktivität in der Schule gibt, bei der die Eltern während des Arbeitstages anwesend sein müssen. Meines Erachtens sollten Unternehmen erkennen, dass sie hoch motivierte und loyale Arbeitskräfte gewinnen, wenn sie sich ausreichend auf die familiären Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter einstellen.

Szilvia Sass – Managing Director OTRS Hungary

Was war das schönste Erlebnis als Mutter während deiner Berufslaufbahn?

Das schönste Erlebnis in meinem Leben als Mutter war, als mein Sohn im Alter von 8 Jahren auf ein Post-it schrieb: „Mama, ich glaube, Du bist die beste Mutter der Welt, aber bitte überanstrenge dich nicht. Küsschen.“

Carmen Schwarz – Manager Global Human Relations

Notiz

 

Was ist dein größter Wunsch zum Muttertag?

Einen ganz BESONDEREN Wunsch zum Muttertag habe ich nicht wirklich. Ich bin sehr dankbar, dass wir ein harmonisches Familienleben ohne viel Streit führen. Gerade in der aktuellen Lage, in der wir alle näher zusammenrücken müssen und viel zu Hause sind, ist das mit einem 14-jährigen Sohn und einer 20-jährigen Tochter nicht immer einfach. Dennoch versuchen wir, uns nicht immer so wichtig zu nehmen und auch mal über uns selbst zu lachen, wenn mal was aus dem Ruder läuft. Und egal wie schwierig die Situation auch ist, am Ende halten wir doch immer zusammen und sind füreinander da.

Ich wünsche mir – natürlich neben Gesundheit – dass wir uns weiterhin immer mit Respekt behandeln, auf Augenhöhe begegnen, zusammenhalten und den Humor nie verlieren!

Sandra Grassel – Finance Manager

Brandy, du bist nach der Geburt deines Babys gerade erst wieder an deinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Hast du Tipps für den Wiedereinstieg nach dem Mutterschutz/Elternzeit?

Die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach dem Mutterschutz ist aus vielen Gründen schwierig. Fragen drängen sich auf: Wirst du gleich wieder den Anschluss finden, hast Du etwas Wichtiges verpasst? Wie kannst du zwischen privaten Themen wie Arztterminen oder Stillen und dem Job jonglieren? Und vor allem, wie wird dein Baby den Übergang bewältigen, wie sehr wirst du es vermissen und dir Sorgen machen? Für Frauen, die wieder ins Berufsleben zurückkehren, gibt es keine andere Wahl, als nach vorne zu gehen. Ich fand es hilfreich, einen Plan zu machen, meinen Kalender auszufüllen und darauf zu achten, dass ich jeden Tag meine Uhrzeiten eintrage. Um meine Sorgen zu mindern, haben wir die „Rückkehr an den Arbeitsplatz“ geübt, indem wir meine Tochter jeden Tag ein paar Stunden in der Kindertagesstätte ließen und die Zeit, die ich von meiner Tochter getrennt war, langsam ausgedehnt.
Es war auch hilfreich, vor Arbeitsbeginn darüber nachzudenken, welche Zeitpläne für mich und meine Familie passen, und die Optionen mit meinen Vorgesetzten zu besprechen. Ein Tipp zu guter Letzt: Wasser trinken! Ein hydratisierter Körper und Geist liefern klare Perspektiven.

Brandy Dent – Manager Finance & Administration USA-MEX-BR

Was hat sich deiner Meinung nach für Mütter in den letzten Jahrzehnten geändert?

Als meine Kinder klein waren, mussten Mütter noch viel mehr den Klischees entsprechen und die traditionelle Rollenverteilung wurde in den meisten Fällen eingehalten. Ich hatte damals zwischen Job, Kindern und Haushalt (so gut wie) keine Zeit für persönliche Interessen oder Hobbies. Umso schöner zu sehen, dass mittlerweile viele Väter Elternzeit nehmen, sich mehr für Haushalte/Familie engagieren und sich Arbeitgeber besser auf Eltern einstellen, so dass traditionelle Rollenklischees langsam aufgeweicht werden. Auch die Betreuungssituation hat sich maßgeblich verändert: Damals gab es keine staatliche Betreuung für Kinder unter 3 Jahren, das musste man privat lösen. Auch die Betreuungssituation für Schulkinder war nicht geregelt, so dass ich mit anderen berufstätigen Eltern einen Verein zur Betreuung von Schülern und Schülerinnen vor und nach der Schule gegründet habe. Eine finanzielle Unterstützung vom Staat gab es auch nur begrenzt bis zu sechs Monate nach einer Geburt. Heutzutage haben Mütter da zum Glück ganz andere Möglichkeiten.

Gabriele Brauer – Vice President Global Finances

Für mich war es immer klar, in erster Linie Mutter zu sein und in Teilzeit zu arbeiten – auch wenn das bedeutete, nicht auf der Karriereleiter nach oben zu klettern. Das Wichtigste war für mich, so viel wie möglich für meine Kinder da zu sein.
Nina Brücher, Finance Manager

Was hat sich an deinem Arbeitsplatz verändert, nachdem du Mutter geworden sind?

Nach der Geburt meines ersten Kindes habe ich zunächst vier Monate lang in Teilzeit aus dem Home Office gearbeitet bis ich eine Tagesmutter für mein Kind finden konnte. Zu dieser Zeit war ich in einer Medienagentur tätig – mit einem straffen Zeitplan und großer Verantwortung für meine Kunden. Das war nicht einfach, denn mein Mann kümmerte sich nur an den Wochenenden um das Kind, wenn ich arbeiten musste.

Nach der Geburt meines zweiten Kindes zogen wir nach Düsseldorf und ich blieb die gesamten 3 Jahre in Elternzeit zu Hause. Danach gab es keine Möglichkeit mehr, in meinen vorherigen Job zurückzukehren. Mein Arbeitgeber war leider nicht so flexibel, mir das Arbeiten von Düsseldorf aus zu ermöglichen. Da ich zwei kleine Kinder hatte und kaum Unterstützung von meinem Mann bekam, habe ich zunächst keine Möglichkeit gesehen, eine neue Arbeit zu finden.

Als wir zurück ins Rhein-Main-Gebiet zogen, begann ich einen 30-Stunden-Teilzeitjob mit der Unterstützung eines Au Pairs für meine Kinder. Das war ein tolles Gefühl und eine komfortable Situation. Dieses Modell behielt ich bei, bis die Kinder älter waren und weniger Unterstützung brauchten. Nachdem meine Kinder die Schule beendet hatten, erweiterte ich meinen Teilzeitjob zu einer Vollzeitbeschäftigung.

Für mich war es immer klar, in erster Linie Mutter zu sein und in Teilzeit zu arbeiten – auch wenn das bedeutete, nicht auf der Karriereleiter nach oben zu klettern. Das Wichtigste war für mich, so viel wie möglich für meine Kinder da zu sein.

Nina Brücher – Finance Manager

Bevorzugst du eine ausgewogene Work-Life-Balance oder eine Mischung aus Arbeit und Privatleben (Work-Life-Blending), um Kinder und Beruf zu verbinden?

Die traditionelle Aufteilung von Arbeit und Freizeit steht für mich nicht erst seit ich Kinder habe auf dem Prüfstand. Der digitale Wandel verändert ganze Branchen und schafft durch die Entkopplung von Arbeit, Ort und Zeit völlig neue Bedingungen für unsere Arbeitsweise. Wenn ich mich zwischen den beiden Definitionen entscheiden müsste, dann ist es Work-Life-Blending, weil ich es für eine gute Möglichkeit halte, meine eigenen Präferenzen zu leben. Die Verschmelzung von Berufs- und Privatleben und die Auflösung klar definierter Grenzen zwischen den beiden Bereichen ermöglicht es mir, beide Welten optimal aufeinander abzustimmen. Was mich an der Definition der Work-Life-Balance stört, ist, dass sie Arbeit kategorisch als etwas Schlechtes und Freizeit als etwas Gutes darstellt. Aber Arbeit ist das, was ein gutes Leben überhaupt erst möglich macht. Dennoch hat die Vermischung von Arbeit und Privatleben für mich auch ihre Grenzen. Es kann nicht das Ziel sein, ständig im Dienst zu sein und den Kopf nicht abschalten zu können. Im Grunde sollte es um die Frage gehen, wie jeder von uns besser, gesünder und zufriedener arbeiten kann. Ich halte es für falsch, das Work-Life-Blending einfach abzulehnen oder die Work-Life-Balance als falsch abzustempeln. Vielmehr glaube ich, die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn man beiden Modellen ihre Berechtigung zugesteht und jedem Einzelnen die Möglichkeit gibt, seinen persönlichen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Kathrin Triebel – Senior Manager Global Human Relations

Auch wenn die Corona-Pandemie ein Rückschritt für die Vereinbarkeit von Kind und Job bedeutet, lässt sich zusammenfassend festhalten, dass es Mütter als sehr bereichernd empfinden, im Job zu stehen. Unerlässlich dabei sind jedoch flexible Arbeitszeitmodelle, die Freiheit den Arbeitsort selbst zu wählen und die Möglichkeit zu flexibler Elternzeit – für Mütter und Väter.

Wie gut, dass wir bei der OTRS Group arbeiten. 🙂

Text:
Photos: Retha Ferguson auf Pexels

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Share the Story