Digitalisierung an Schulen: Fünf Tipps zur Umsetzung
13/07/2021 |

Digitalisierung an Schulen: Fünf Tipps zur Umsetzung

Die Digitalisierung an Schulen läuft immer noch schleppend. Wie kann der richtige Weg zur digitalisierten Schule aussehen? Fünf Tipps.

Die Digitalisierung in Schulen und Bildungseinrichtungen ist vernachlässigt worden. Das wird durch die Corona-Pandemie und das damit einhergehende Home Schooling sehr deutlich. Von einem Moment auf den nächsten musste der Unterricht digital stattfinden: Aufgaben wurden per E-Mail verschickt, Diskussionen per Videokonferenz geführt und die erldeigten Hausaufgaben mussten auf einem Schulserver hochgeladen werden. Die Digitalisierung im Klassenzimmer musste also im Hauruck-Verfahren erfolgen, was Spuren hinterlassen hat. Nicht wenige Schüler, Eltern und Lehrer haben sich überfordert gefühlt und die mangelhafte technische Ausstattung an Schulen kritisiert.

Bund und Länder sind dabei, im Zuge des DigitalPakts Schule 500 Millionen Euro für Digitalisierung an Schulen zur Verfügung stellen. Bisher wurde das Budget dafür genutzt, Schülern ein Laptop zu Hause zur Verfügung zu stellen, die noch kein eigenes hatten. Um das Budget weiter effizient nutzen zu können, sollen Digitalisierungskonzepte erarbeitet werden.

Was genau kann also getan werden, um Digitalisierung in Schulen erfolgreich voranzutreiben und Schüler beim Home Schooling besser zu unterstützen? Die folgenden fünf Tipps helfen auf dem Weg zur digitalisierten Schule.

1. Schulung des Personals, Fachkräfte zur Verfügung stellen
Die Betreuung der Technik an Schulen wird in vielen Fällen kritisiert. Oftmals kümmert sich eine Lehrkraft parallel zum Unterricht um die IT und ist gar nicht in der Lage, alle Bedürfnisse abzudecken. Schulen können über 1.000 Schüler umfassen und sollten daher von der IT-Landschaft wie ein Unternehmen behandelt werden. Der Job des CIO´s sollte nicht nebenher erledigt werden, sondern in Vollzeit von einer ausgebildeten Person (oder gar mehreren) gemacht werden, um effektive und professionelle Strukturen zu schaffen. Gute Bildung ebnet den Weg in die Zukunft.

2. Zustands-und Bedürfnisanalyse unter Schülern, Eltern und Lehrern
Bevor neue Anschaffungen in Bezug auf IT gemacht werden, sollte zunächst eine Analyse unter Schülern, Lehrern und Eltern durchgeführt werden. Was wünschen sie sich von der IT? Was genau sind die Bedürfnisse? Was funktioniert schon gut und wo sind die Schwachstellen? Wie fit sind die Schüler, Lehrer und Eltern in Hinblick auf IT? Und vor allem: Wie gut sind sie selbst zu Hause ausgestattet?

3. Auswahl und Konfiguration der Systeme
Anhand der Analyse sollte eine auf die Nutzerbedürfnisse zugeschnittene Strategie erstellt werden, die Fachpersonal und entsprechende Technik enthält. Alle Prozesse sollten ITIL-konform ausgestattet sein. ITIL steht für Information Technology Infrastructure Library und bietet ein Regelwerk bei der Einführung von ITSM (IT Service Management).

Es sollte eine auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnittene Strategie erstellt werden, einschließlich der Einstellung von Fachpersonal und der Festlegung geeigneter Tools für die Bereitstellung von Unterstützung.

4. Passende ITSM-Lösung
Um Schülern, Eltern und Lehrern beim Home Schooling eine schnelle und effiziente Unterstützung bieten zu können, sollte die ITSM-Lösung sorgfältig ausgewählt werden und folgende Komponenten enthalten:

  • Cloud: Wenn die Lösung cloud-basiert ist – also als Mietsoftware zur Verfügung gestellt und in externen Datencentern verwaltet wird – können alle problemlos von überall darauf zugreifen. Außerdem entfällt viel Zeit, da das Hosten und die Wartung der Software vom Dienstleister übernommen wird.
  • Die Möglichkeit, benutzerdefinierte Benachrichtigungen (Tickets) zu erstellen, sorgt für reibungslose Abläufe auf allen Seiten und hält sowohl die Mitarbeiter des Help Desks als auch Anwender auf dem aktuellsten Stand. Schüler, Eltern und Lehrer können so mit einem Klick in das System schnell absehen, wann ihre Anfrage gelöst werden kann.
  • Mehrere Kommunikationskanäle (Multi Channel) wie E-Mail, Chat, Telefon, Social Media, etc. sorgen dafür, dass jeder seinen präferierten Kommunikationskanal – je nach Alter und Vorlieben – auswählen kann und eine Kommunikation mit dem IT-Support reibungslos erfolgt.
  • Im Self-Service-Portal können Schüler, Eltern und Lehrer Informationen dazu erhalten, wie sie einfache Probleme zunächst selbst lösen können, ohne die IT kontaktieren zu müssen. Das ist gleich eine gute Lernerfahrung und motiviert Schüler, wenn sie ein Problem selbst lösen können. Auch FAQ´s (Frequently Asked Questions) und eine Wissensdatenbank bieten eine gute erste Unterstützung.

5. Sicherheit sollte bei der Digitalisierung an Schulen groß geschrieben werden
IT-Sicherheit spielt nicht nur in Unternehmen, bei denen es um Geld geht, im Vordergrund. Auch in Schulen und Einrichtungen, wo es um Bildung geht, sind Daten sensibel und sollten höchsten Schutz bekommen. Deshalb sollte der Sicherheitsaspekt bei der Auswahl des passenden Systems eine tragende Rolle spielen.
Schulen müssen sich genauso wie Unternehmen an die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) halten und hohe Strafzahlungen abgeben, wenn sie gegen die Verordnung verstoßen. Deshalb sollte die Einhaltung der DSGVO ein zwingendes Kriterium bei der Auswahl sein. In Hinblick auf IT-Sicherheit sollten auch gewisse Kriterien bedacht sein, so sollte der Hersteller unter anderem regelmäßige Updates liefern, damit keine Sicherheitslücken entstehen.

6. Training für die Anwender
Die beste IT-Lösung ist nur dann effizient, wenn jeder damit umgehen kann. Nachdem eine Entscheidung für eine Lösung getroffen wurde, lohnt sich eine umfassende Kommunikation an Schüler, Eltern und Lehrer sowie ein Training für alle Anwender. In einer gemeinsamen Schulung kann die IT-Fachkraft eine Life-Demo machen, Trainingsaufgaben lösen lassen und alle Fragen beantworten.

Ein Anreiz, Vollgas für die Digitalisierung zu geben, könnten auch Digitalisierungspreise sein, die an Schulen vergeben werden, zum Beispiel von der Fischer Unternehmensgruppe. Das Martin-Gerbert-Gymnasium in Baden-Württemberg kooperiert hier mit Supervisionstagen und virtuellen Veranstaltungen, was die Schüler sehr motiviert und viel Spaß macht. Hier findet zumindest ein guter Ersatz für die persönlichen Begegnungen statt, die aufgrund der Pandemie nicht stattfinden durften.

Und welche Schule erhält den nächsten Digitalisierungspreis? Wir drücken die Daumen für den Weg zu einer optimalen digitalisierten Schule und stehen für Fragen zur Verfügung.

Text:
Photos: Julia M Cameron via Pexels

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